Gottesdienst unter freiem Himmel

Am 21. Juli feierte die Ortsgruppe des Frankenwaldvereins an der Kündleskapelle einen Gottesdienst unter freiem Himmel. Zu diesem Gottesdienst hatte Obmann Werner Hempfling den Burgebracher Dekan Albert Müller eingeladen. Müller, gebürtiger Zeyern und seit vielen Jahren Mitglied des Frankenwaldvereins, dankte mit der Gestaltung eines wunderschönen Schöpfungsgottesdienstes.

Die erste Lesung entnahm Müller dem ersten Buch Mose: die allseits bekannte Schöpfungsgeschichte, der zufolge Gott die Erde in sieben Tagen erschuf. Mesnerin Marga Erhardt entzündete während des Vortrags die Kerzen des siebenarmigen Leuchters auf dem Altartisch, um zu symbolisieren, wie durch Gottes Wirken das Licht und das Leben in die Welt kam. Die zweite Lesung war den meisten Zuhörern wohl nicht bekannt: In „Die letzten sieben Tage der Schöpfung“ hatte der evangelische Theologe Jörg Zink beschrieben, wie er sich das möglicherweise vom Menschen erzeugte Ende der Welt vorstellte. In Anlehnung an die Schöpfungsgeschichte hatte er dafür ebenfalls einen Zeitraum von sieben Tagen gewählt, in denen vom Menschen verursachte Katastrophen das Leben auf der Erde Tag um Tag wieder auslöschten. Am Ende der Geschichte war die Erde wieder wüst und leer war wie ganz zu Beginn „und der Geist des Menschen irrlichterte als Totengespenst über dem Chaos.“

Nach dem Ende dieser beeindruckenden zweiten Lesung, in deren Verlauf der Dekan die Lichter des siebenarmigen Leuchters Tag um Tag wieder ausblies, folgte entgegen dem üblichen Verlauf die Predigt. Was könnten wir wohl tun, um ein solches Ende, wie Zink es sich vorgestellt hatte, zu verhindern, fragte der Dekan. Die Zeichen deuteten darauf hin, dass vom Menschen verursachte Katastrophen wie die Klimaerwärmung durchaus dazu in der Lage sein könnten, dem Leben auf der Erde und vor allem dem Leben der Menschen erheblichen Schaden zuzufügen. Die Frage ging in die Runde. Nachdem man eine Weile gemeinsam hin und her überlegt hatte, was man wohl selbst für einen Beitrag leisten könne, zündete Müller die Kerzen wieder an und fuhr mit dem Gottesdienst fort. Vor dem Schlusssegen gedachten die Obmannschaft und der Dekan am Gipfelkreuz der Verstorbenen des Vereins.

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