„Dä scheinheilich Kronk“

Was muss der Mann nicht alles über sich ergehen lassen. Der ach so kranke Bauer Thomas (Thomas Erhardt) scheint doch im Leben schon genug geschlagen. Nach dem frühen Tod seiner Frau liegt er in einem scheinbar unheilbaren Siechtum darnieder. Doch das Schicksal, geführt von der Feder des Mundartdichters Willi Hermann, hält noch einige Schläge für den vorgeblich Leidenden bereit, um ihn wieder auf die Sprünge zu helfen. Bereits zwei Aufführungen lang konnten die Zuschauer im Saal Partheimüller verfolgen, wie Thomas alle nur erdenklichen Kurversuche erdulden muss.

Da wäre zunächst seine Schwester Agnes (Gisela Eberth), die alle paar Wochen „vä die Neuagrü“ kommt, um in der Männerwirtschaft des Bauern, seines Sohnes Maxla (Tobias Partheymüller) und des einfältigen Knechts Seppe (Matthias Hermann) so gut es geht nach dem Rechten zu sehen. Dabei kommt ihr immer wieder Nachbarin Paulina (Kathrin Göppner) in die Quere, die ihr „Thomela“ mit allerlei „Leckerla“ versorgt und sich nach seinen „Wejwejla“ erkundigt. Dabei macht sie keinen Hehl daraus, dass sie Absichten verfolgt, die weit über die Genesung des Landwirts hinaus gehen. Doch der sucht, angesichts des durch solch hartnäckige Liebkosungen noch verstärkten Leidensdrucks, erst recht Zuflucht in seinem Bett.

So weit wäre die Lage für Thomas eigentlich schlimm genug. Doch da tauchen auch noch die beiden Bader (Gerald Hummel und Johannes Eberth) auf. Maxla hat die beiden engagiert, um den Kranken wieder aus dem Bett und an die Arbeit zu bringen. Zunächst scheinbar harmlose Absichten wie Frisieren und Rasieren verfolgend, nähern sie sich dem ahnungslosen Bauern, um ihn dann erst richtig in die Mangel zu nehmen. Eine Schröpfkur mit Blutegeln und eine Notoperation auf dem Küchentisch sind nur die Höhepunkte der von da an reichlich turbulenten Handlung.

Doch wie so oft im Leben ist es den zarten Frauenhänden der armen Näherin Rosa (Barbara Fest) und ihrer Tochter Klara (Silvia Neubauer) beschert, dem Leben im Haushalt von Thomas und Maxla eine völlig neue Wendung zu geben. Da staunt selbst der Einfaltspinsel Seppe, der mit seiner Mutter, dem „Vechtiche Bobela“ (Walburga Bayer), eigentlich ganz andere Pläne verfolgt hatte.

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